Handanlegen an die Raumfahrt

Der Traum zu den Sternen zu fliegen hegte ich schon sehr lange. Wie Sie ja bereits erfahren haben, hatte mein Vater (unbewusst zwar) mir irgendwie den Grundstein gelegt, um den Weg einzuschlagen den ich heute gehe. Nachdem die Space Odyssey im Internet so ein Erfolg wurde, bekam ich Kontakt mit einigen Menschen, die genauso wie ich über den "Tellerrand" rauszublicken schienen.

Thomas Kraus z.B., der 1999 den Wunsch hegte, im Internet einen kommerziellen "Raumfahrt-Shop" anzubieten, indem sich Space Fans nach Lust und Herz bedienen konnten. Er hatte zwar schon einige eigene Ideen entwickelt und auch schon einen "Webdesigner" beauftragt, die Seiten zu bauen, aber während einer Abwesenheit meinerseits im Urlaub (ich bin leidenschaftlicher Dänemark Fan) wurde er auf meine Seite aufmerksam. Er wollte selber "Space News" schreiben, und dachte dann, das er das nicht mehr braucht, weil ich ja nun mal jeden Monat meinen News-Letter mit den neuesten News aus Raumfahrt und Astronomie versendete. Somit hätte er ja auch keine Chance, etwas eigenes auf die Beine zu stellen.

So kam es dann dazu, das er seine eigenen Überlegungen über den Haufen schmiss und wir uns, will heissen Andreas Rohlf als Programmierer und ich, überlegten, wie wir Thomas Kraus seinen "German Space Shop" entwickeln konnten. Dies taten wir dann auch, der German Space Shop war das erste grössere Projekt der zusammen arbeiteten Namensgleichen, Andreas und Andreas Rohlf.

Thomas Kraus widerrum hatte Kontakt zu einem Reise- und Eventveranstalter in Bremen, PRO TOURA. Der Geschäftsführer von PRO TOURA, Walter Drasl, hatte die Aufgabe, die Hörzu-Leserreise für das Jahr 2000 zu organisieren, eine 10-tägige Reise in die USA zu einem Shuttle-Start mit anschliessender Besichtigung der Raumfahrt-Einrichtungen in den Staaten. Thomas kannte zwar viel von Raumfahrt, weil er hauptberuflich im Raumfahrtmanagement des DLR in Bonn-Oberkassel arbeitete, jedoch die richtige Geschichte der amerikanischen Raumfahrt besaß er nicht in seinem Kopf. Und somit schlug er Walter Drasl vor, das er jemanden kenne, der ein "wandelndes Raumfahrtlexikon" sei.

Über Thomas kam dann der Kontakt zu Walter Drasl zu stande, wir beide trafen uns an einem verregneten Sonntag in Bremen und wir vereinbarten, das ich mit der Reisegruppe in Richtung USA aufbrechen sollte, um den Reisenden das fachliche und geschichtliche Hintergrundwissen für Raumfahrt vermitteln zu können. Der Start der Atlantis (oder vielmehr STS-101) war für den Februar geplant, und somit musste ich mich binnen einiger Wochen mit amerikanischer Raumfahrtgeschichte und der Shuttle-Technik auseinandersetzen.

Der Start der Atlantis wurde ständig verschoben, und bis es zumindest einigermassen feststand, wann der neue Starttermin sei, wurde es fast Ostern. Ostersonntag 2000 begab ich mich dann mit den Reisenden von Frankfurt aus auf den Trip in Richtung USA, um Raumfahrtgeschichte nicht nur zu vermitteln, sondern auch selber zu erleben. Vorher nur theoretisch erfasst in Büchern, Filmen etc., hatte ich auch die Möglichkeit, dies alles selber live und in Farbe zu sehen. Auf dieser Reise lernte ich dann auch einen guten Freund kennen, Stefan Pisters- der bei dieser Reise der Reiseleiter war. Sofort verstanden wir uns und kämpften zusammen mit den Gästen an der "amerikanischen Raumfahrt-Front".

Leider wurde der Start der Atlantis 3x hintereinander abgebrochen, drei Tage lang fuhren wir jeden Tag erneut zum Kennedy Space Center auf den Nasa Courseway, um der Atlantis und ihrer Besatzung viel Glück zu wünschen. Leider flog an diesen Tagen die Atlantis nicht in den Himmel über Florida, nur die Fliegen auf der Wiese.

Trotzdem verbrachten wir interessante Tage dort, wir besichtigten das Kennedy Space Center und anschliessend flogen wir nach Houston/Texas, um das Johnson-Space-Center zu besuchen. Ich dachte damals, bisher war es nur ein Traum, die realen Fakten der amerikanischen Raumfahrt zu sehen, und nun stand ich selber in zwei Kilometer Entfernung vom Launchpad 39A entfernt und legte im Johnson Space Center die Hand auf die Kommandokapsel "Odyssey" von Apollo 13. Nach einem solchen Trip ist man total "spaceinfiziert", und man kommt mit neuen Eindrücken wieder auf die Tatsachen der Realität zurück.



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