Hands on Station!
Diese Reise änderte meine Einstellung zur Raumfahrt. Sie wurde mehr realer denn je, denn schliesslich war es bisher nur ein Traum für mich gewesen und hatte nichts mit meiner eigenen Realität zu tun. Während dieser Reise wurde ein Teil meines Traums schon zur Realität, und es wurden während des Trainings auch schon die ersten Überlegungen getan, den Traum zur Realität werden zu lassen: selber einmal in den Weltraum zufliegen. Nur wusste ich damals, das es dort ein Hindernis gäbe was sich so ausschreibt: Zweiundzwanzigmillionen amerikanische US Dollar!
Ich hatte die Erfahrungen des ersten Weltraumtouristen Dennis Tito (er flog im April 2001 zur ISS) in mich aufgesogen, zumindest die, die es zu erfahren gab und die, die Dennis Tito preis gab. Ein Milliardär muss eine Erfahrungen nicht mit "Normalsterblichen" teilen. Warum auch??
Nach der Reise veröffentlichte ich (weil kein Multimilliardär) meine Reise als Tagebuch im Internet, und lies mir auch einige Internetdomains registriern, die ich mit russischer Raumfahrt in Verbindung bringen wollte. Durch Gespräche mit meinem mittlerweilen sehr guten Freund Igor Rudyaev vom GCTC (Gagarin Cosmonaut Training Centre) in Star City, wusste ich, das die Russen an einer weltweiten Verbreitung der russischen Weltraummentalität sehr interessiert schienen. Also registrierte ich unter anderem auch die Internetdomain www.russia-in-space.com
Dies führte dann wieder dazu, das ein Geschäftsmann aus Bad Homburg meinte, er hätte Anrecht auf die Domain. Er plane, eine russische Weltraumsausstellung namens "Russia in Space" am Frankfurter Airport zu starten, und er hätte ein Anrecht auf diese Domain. Was er noch nicht wusste: Er wusste defintiv nicht, das er es mit mir zu tun hatte, und innerhalb von einer Woche war klar, das ich ihn unterstützte bei der Ausstellung und auch die Präsentation im Internet übernahm.
Auch wurde mir schnell klar: hier musst Du Dich richtig positionieren mit Ideen. Eine Idee war, eine Live-Funkverbindung während der Eröffnung der Ausstellung am 12.04.2002 einfliessen zu lassen: Der damalige ISS-Commandant Yuri Ornufrienko sollte für die Gäste eine Live-Begrüßungsansprache halten, also lies ich mir etwas einfallen und schrieb ein "Storybook" in der Hoffnung, das es tatsächlich passieren würde.
Ich staunte dann nicht schlecht, als Yuri dann am Abend der Eröffnung auf der Videowand erschien und er meinen Text verwendete als Eröffnungsansprache!
Durch mein Fachwissen und als erster Zivilist, der an einem Kosmonautentraining in Russland teilgenommen hatte, war ich für die Ausstellung sehr wertvoll. Kurz vor dem Beginn der Ausstellung hatte ich ein Kurzinterview mit Radio RPR (privates grösstes Radio in Rheinland-Pfalz), dies hörte wiederum eine Korrospondentin des Deutschen Depeschen Dienstes (DDP). Sie unterhielt sich lange mit mir über mein bisher erlebtes (und Sie werden mir bis hierher Recht geben, es ist sehr viel) und schrieb einen Bericht, der am 01.06.2002 über die Datenticker des DDP zu den Medien gelangte.
In der Zeit befand mich als Organisator, Ausrichter und Guide auf der Ausstellung und führte Gruppen durch die Ausstellung in Frankfurt, um ihnen die russische Raumfahrtgeschichte näher zu bringen.
Am 02.06.2002 titelte die Bild-Zeitung: Erster Deutscher trainiert für Ferien im All! Das Chaos war komplett. Durch meine Erfahrungen, die ich mit russischer Raumfahrt (diesmal in Farbe) gemacht hatte, wurde ich zu Deutschlands erstem Space Touristen gekürt! Das erschien mir zunächst etwas heftig, und die Medien brachen über mich hinein. Nun gut, sagte ich. Bisher warst Du nur bei "A", nun muss "B" folgen. Und somit nahm der Traum von nun an Flügel an, um mich in eine Realität zu bringen, von der ich vor Jahren wirklich nur geträumt hätte.